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Westböhmisches Symphonieorchester begeistert beim Neujahrskonzert

Einen Jubiläumsauftakt nach Maß bescherte das Westböhmische Symphonieorchester unter Leitung von Michael Rohac am 1. Januar der Stadt Mitterteich: Beim Neujahrskonzert erlebten gut 600 begeisterte Gäste ein heiteres und unbeschwertes Programm mit bekannten Walzern, Polkas und Märschen.

Begeisterte Besucher

Der Ort für den Start ins Festjahr "875 Jahre Mitterteich" war außergewöhnlich: Was der Musikvereinssaal für die Wiener, das war am Neujahrstag für die Mitterteicher die frühere Ofenhalle der ehemaligen Porzellanfabrik. Die Stadt hatte in Zusammenarbeit mit Sponsoren und mit den Inhabern, der Familie Forster, das Gebäude für den ersten kulturellen Höhepunkt im Jubiläumsjahr aufbereitet und damit für ein besonderes Erlebnis gesorgt. "Bravo"-Rufe und stehende Ovationen mit Applaus im Stakkato-Rhythmus gab's am Ende.

Orchester zeigte mit Dirigenten Michael Rohac musikalische Höchstleistung

Von den beschwingten Klängen ließen sich die Zuhörer in den vollbesetzten Reihen rasch anstecken. Mit dem "Slawischen Tanz Nr.1" von Antonin Dvorak ging's temperamentvoll zur Sache. Die Musiker unterstrichen dabei gleich zu Beginn ihre besondere Qualität, die den klangvollen Ruf des Orchesters in der Region geprägt hat. Dabei leitete Dirigent Michael Rohac, der seit der Saison 2004/2005 bei den Marienbadern am Dirigentenpult steht, seine Musiker stets dezent aber präzise. Der Maestro, der 1974 in Toronto geboren wurde und seit dem Abschluss des Studiums in Tschechien lebt, wusste das Orchester zum fülligen und homogenen Klangkörper zu formen und die Damen und Herren an ihren Instrumenten zu besonderen Leistungen herauszufordern.

Viele bekannte Musikstücke zu hören

Die Zuhörer durften sich über viele bekannte Ohrwürmer freuen - im ersten Teil etwa Stücke von Johann Strauß, die "Trisch-Tratsch-Polka" sowie "Unter Donner und Blitz". Dabei waren die beiden Schlagwerker besonders gefordert und bekamen dafür Sonderapplaus. Ein bekanntes Solostück für die Streicher im Orchester auch die Pizzicato-Polka, bei dem die Melodie auf gezupften Saiten gespielt wird. Und als der Strauß-Walzer "An der schönen,blauen Donau" erklang, fühlte sich so mancher an die Worte "Alles Walzer" des Tanzmeisters beim Wiener Opernball erinnert.

Eine Hommage an den tschechischen Komponisten Antonin Dvorak bildeten die Stücke jeweils zu Beginn und am Ende der beiden Programmteile. Nach der Pause gestaltete das Orchester die Polonaise aus der Oper "Rusalka" feierlich und majestätisch und ließ die Vorfreude auf das Stadtjubiläum spürbar werden. Mit dem "Slawischen Tanz Nr. 1" bereiteten die Marienbader dem Abend ein fulminantes Finale.

Am Ende tosender Applaus

Am Schluss gab's noch zwei Zugaben - zunächst den "Ungarischen Tanz Nr. 5" sowie als letztes Stück den Radetzky-Marsch, der bekanntlich traditionell auch das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker beendet. Wie im Musikvereins-Saal in Wien klatschte das Publikum in der Mitterteicher Fabrikhalle nach dem Dirigat von Michael Rohac im Takt begeistert mit.

Text und Bilder: Paul Zrenner