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Sonderausstellung zum 100 Jahre Strom in Mitterteich

Diese drei Damen, im Übrigen alles Lehrerinnen, wollte es genau wissen, ob die alte Petroleumlampe brennt. Nach einigem Hin und Her konnte tatsächlich ein Licht entfacht werden.

26.07.2010

Historisches rund um die Stromversorgung

Mit eingebunden in die 875-Jahrfeier war eine Sonderausstellung zu 100 Jahre Stromversorgung in Mitterteich. Zu sehen war die Ausstellung im Foyer des Rathauses, dort waren Schautafeln mit historischen Dokumenten und alten Bildern aufgebaut.

Erhard Sommer, vom Arbeitskreis Heimatpflege, war hauptverantwortlich mit den Vorbereitungen zur Ausstellung betraut. Bei der Ausstellungseröffnung sagte Sommer, „wir wollen die Ursprünge des elektrischen Stroms in Mitterteich wieder in Erinnerung rufen“.

Am 6. August diesen Jahres jährt sich der 100. Geburtstag, an dem die Stadt und seine Bürger an die öffentliche Stromversorgung angeschlossen wurden. Dieses Datum beweisen zahlreiche Dokumente und Schriftstücke, die zum Teil in original zu bewundern waren. Sommer erinnerte daran, dass bis 1910 die Porzellanfabrik und die Glashütte ihren Strom von Dampfmaschinen bezogen.

Originaldokumente zu besichtigen

Auf Schautafeln sind Originalbriefe zu sehen, wie 1908 erste Gespräche über eine Stromversorgung für den damaligen Markt geführt wurden. Schon damals wurde zweifelsfrei festgestellt, dass in einem Ort wie Mitterteich das Bedürfnis nach Elektrizität vorhanden ist. Es wurde vermutet, dass eine Anlage mit eigener Erzeugerstation wohl rentierlich bestehen könnte. Es wurde damals der Vorschlag unterbreitet, ein Elektrizitätswerk mit Dampf- und Motorenbetrieb auf gemeindliche Kosten zu erstellen und zu betreiben.

Weiter heißt es in dem Schreiben, „aus diesem Grund gestatten wir uns, ihnen unsere Dienste zur Ausarbeitung von Projekten und späterer Ausführung der Anlage ergebenst anzubieten und machen uns mit Vergnügen kostenlos und vollkommen unverbindlich Projekte für ein Elektrizitätswerk Mitterteich auszuarbeiten“. Abschließend baten die Bayerischen Elektrizitätswerke höflichst um Mitteilung, wie sich der verehrte Magistrat entschieden hat und bot gleichzeitig den Besuch „eines unserer Ingenieure“ an. Ein weiteres schriftliches Angebot unterbreitete die Bau- und Betriebsgesellschaft, mit Sitz in Frankfurt.

Zu Beginn 75 Straßenlampen

Den Zuschlag erhielt schließlich ein Münchner Unternehmen, ein Elektrizitätswerk und die dazu erforderlichen Leitungsanlagen zu bauen. Der Auftrag beinhaltete auch den Bau von 75 Straßenlampen. Der Gesellschaft wurde das Recht eingeräumt, auf die Dauer von dreißig Jahren das Netz zu betreiben. In der Ausstellung wird auf 100 Jahre Stromversorgung ausführlich eingegangen. Erarbeitet hat die Ausstellung Erhard Sommer, wofür ihm Bürgermeister Roland Grillmeier ausdrücklich dankte.

Text und Bilder: Josef Rosner