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Ökumenischer Festgottesdienst zum Stadtjubiläum

Ein stattlicher Kirchenzug bewegte sich am Sonntagnachmittag durch Mitterteich, angeführt von der Stadtkapelle Mitterteich.

"Wenn es nur immer so wäre, dass Deutsche und Engländer, katholische, anglikanische und evangelische Christen so friedlich zusammen sind und miteinander Gottesdienst feiern", sagte Pfarrerin Sonja Schobel, in ihrer beeindruckenden Predigt beim Ökumenischen Gottesdienst, am Samstagnachmittag, in der Stadtpfarrkirche.

Dem Gottesdienst voraus ging ein stattlicher Kirchenzug mit den Mitterteicher Vereinen, angeführt von der Stadtkapelle, Leitung Oliver Lipfert. Unter den Festgästen auch stellvertretender Landrat Herbert Hahn und MdL Annette Karl. Begrüßt wurden die Kirchenbesucher in der Stadtpfarrkirche von den 25-köpfigen "Jesus-Gospelsingers" aus Hof, einem mehr als beeindruckenden Chor. Gekleidet in wallenden roten Gewändern, brachten sie eine erfrischende Musik ins Gotteshaus, die dieses noch nicht so oft gehört haben wird. Der Chor lud die Kirchenbesucher förmlich zum Mitsingen und Mitklatschen ein.

Geleitet wurde der Ökumenische Gottesdienst von Pfarrerin Sonja Schobel, die den Ablauf auch akribisch ausgearbeitet hatte. Mit dabei waren  Stadtpfarrer Anton Witt, sowie der anglikanische Geistliche Reverend Lawrence Price, aus Cheddleton/Wetley Rocks. Für die Übersetzungen sorgte Franz Kunz.

Begonnen wurde der Gottesdienst mit einem Dank für die zwanzigjährige Partnerschaft zwischen beiden Städten. Leise und nachdenklich wurde es anschließend, als in deutscher und englischer Sprache das Versöhnungsgebet von Coventry gebetet wurde. Mit diesem Gebet wird in Coventry jeden Freitag um 12 Uhr an die Toten der Weltkriege erinnert und zugleich im Zeichen der Versöhnung zwischen beiden Völkern gebetet.

Pfarrerin Sonja Schobel predigte die von ihr verfasste Predigt in englischer Sprache, während Pfarrer Anton Witt den Text in deutscher Sprache vortrug. Pfarrerin Sonja Schobel sagte in ihrer Predigt, "wir gehören zusammen als Gottes Familie, kein Streit, keine Missgunst, kein Neid trennt uns in dieser Stunde. Ach wenn es doch immer so wäre, das wäre wie im Himmel".

Gerade in diesem Moment, so die Pfarrerin, werde Gottes Reich sichtbar und spürbar. Doch es ist bei weitem nicht so. Viele ältere Mitbürgen haben noch miterlebt, wie deutsche Bomben englische Städte zerstörten, oder englische Bomben deutsche Städte zerstörten. Die Welt ist voll von Misstrauen und Hass, Menschen führen  Krieg, sie jagen Geld und Gewinnen nach, koste es was es wolle. Pfarrerin Schobel fragte, "ist dies, was wir heute erleben nur ein Wunschbild?"

Weiter betonte, "das Himmelreich gleicht einem Senfkorn, es beginnt ganz klein, so wie 1989, als in Mitterteich die Partnerschaft mit Cheddleton/Wetley Rocks besiegelt wurde". Der Boden für das Samenkorn war gut vorbereitet, das Samenkorn ist mittlerweile gewachsen, daraus entstanden ist nun ein Baum. "Und ein bisschen vom Reich Gottes ist auch in der Freundschaft der beiden Städte da".