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Neues Löschfahrzeug erhielt kirchlichen Segen

Im Bild (von links) Kommandant Franz Bauernfeind, Bürgermeister Roland Grillmeier, Vorsitzender Otto Weiß, Wladislaw Trzcinski 	und Kreisbrandrat Franz Arnold.

18.05.2010

„Möge Gottes Segen sie beim Einsatz begleiten“

Der Stolz stand den aktiven Brandschützern der Feuerwehr Mitterteich ins Gesicht geschrieben. In einem rund neunzigminütigen Festakt erhielt das neue Löschfahrzeug LF 20/16 den kirchlichen Segen. Pfarrerin Sonja Schobel sprach vielen aus der Seele, als sie sagte, „möge Gottes Segen sie bei ihren Einsätzen begleiten“.

Gäste aus dem polnischen Ledziny

Vorsitzender Otto Weiß freute sich über viele geladene Gäste, die in die herrlich geschmückte Eissporthalle gekommen waren. Ein besonderer Gruß galt einer vierzigköpfigen Delegation aus dem polnischen Ledziny, mit ihnen verbindet die Mitterteicher Wehr seit vielen Jahren eine enge Freundschaft. Erster Höhepunkt des neunzigminütigen Festaktes war die Schlüsselübergabe von Hans Devineaux, Vertreter des Hauses Iveco Magirus Deutz, an Kommandant Franz Bauernfeind. Der Firmenvertreter sprach von einem „Modell Mitterteich“, wünschte unfallfreie Einsätze und „kommen sie immer wieder gut nach Hause“. Bürgermeister Roland Grillmeier sprach von der „Faszination Feuerwehr“, die heute auch wieder nach außen sichtbar wird. Opfer und Einsatz für den Mitmenschen, Idealismus, sowie Kameradschaft und Teamarbeit sind Markenzeichen einer erfolgreichen Arbeit. Grillmeier erinnerte an die „Väter der Mitterteicher Wehr“ und nannte stellvertreten Heribert Hegen, Anton Fick, Otto Weiß und jetzt Franz Bauernfeind, die über viele Jahrzehnte die Wehr prägten und prägen. Grillmeier sprach den Aktiven die allerhöchste Anerkennung aus, „was ihr in den vergangenen 125 Jahren geleistet habt, verdient Respekt“. Weiter sagte der Bürgermeister, „es macht Spaß, mit dieser Feuerwehr zusammen zu arbeiten“.

Blick in die Chronik

Beim Blick in die Chronik wird deutlich, dass die Wehr auch auf Landkreisebene Maßstäbe setzt und gesetzt hat. Der Stadt Mitterteich war eine gut ausgestattete und funktionierende Wehr immer wichtig. In den vergangenen zwölf  Jahren wurde rund eine Million Euro investiert, davon hat die Stadt rund 600.000 Euro selber beigesteuert. Grillmeier freute sich abschließend, zum 125. Geburtstag dieses neue Einsatzfahrzeug übergeben zu dürfen. „Dieses ist kein Luxus, sondern das Herzstück der Flotte, dieses ist jetzt auf modernstes Niveau gebracht“. Grillmeier überreichte 1.000 Euro aus dem Sparkassenfonds.

Das neue Löschgruppenfahrzeug, der neue Stolz der Feuerwehr Mitterteich.

Glückwünsche von Landrat Wolfgang Lippert

Landrat Wolfgang Lippert überbrachte die Glückwünsche des Landkreises zum 125. Geburtstag. Der Landrat betonte, „mit jedem neuem Fahrzeug wird unsere Region sicherer“ und gratulierte zum Geburtstagsgeschenk. „Die A93 ist eine tägliche Herausforderung, da ist dieses neue Fahrzeug berechtigt“, sagte Lippert. Der Landkreis hat den Kauf mit 21.000 Euro Zuschuss unterstützt, dieses ist gut angelegtes Geld, sagte er weiter. Lippert verhehlte nicht, dass ihn die Mitterteicher Wehr sehr am Herz liegt, nicht zuletzt wegen der Freundschaft zu polnischen Kollegen. Zur Vertiefung dieser Freundschaft, die auch Geld kostet, steuerte er 1.000 Euro aus dem Sparkassenfonds bei. MdL Tobias Reiß wünschte allzeit gute Fahrt und erinnerte an den Zuschuss des Freistaates Bayern in Höhe von 80.000 Euro.

Kreisbrandrat Franz Arnold fragte, „muss dieses Löschgruppenfahrzeug mit dieser Ausstattung sein und gab gleich selber die Antwort. Ja es ist eine gute Entscheidung, wie ich meine“, sagte Arnold. Weiter sieht er die Wehr jetzt in der Lage, den Schutz für die Bevölkerung weiter auszubauen, „unsere Mitterteicher Wehr kann dies in die Tat umsetzen“. Dr. Wolfgang Fortelny, Vorsitzender der Patenwehr aus Waldsassen sagte, „unser Patenkind hat den Puls an der Zeit“. Humorvoll fügte er hinzu, in Anlehnung an die Bibel, „ich habe in Waldsassen einen Stern gesehen, ich bin diesem Stern gefolgt und in der Eishalle gelandet. Ich will die Mitterteicher Wehr huldigen, als die Beste im Landkreis“ und zog seinen Hut vor Vorsitzenden Otto Weiß. „Ich bringe euch Schätze mit, Geld, Weihrauch und Myre“. Anscheinend hatte Dr. Fortelny doch etwas übertrieben, den nach seiner Rede versagte das Mikrofon, ein neues musste angeschafft werden.

Fünf Patenkinder überbrachten Glückwünsche

Anschließend überbrachten die Patenkinder ihre Glückwünsche. Gleich fünf „Kinder“ gratulierten mit den Wehren Großensterz, Leonberg, Mähring, Pechbrunn und Pleußen. Den Reigen der polnischen Gäste eröffnete Wladyslaw Trzcinski, Kreisbrandrat der dortigen Region Bierun, zu dem auch Ledziny gehört. Er wünschte bei den Einsätzen auch Glück, wieder gesund nach Hause zu kommen. Als Geburtstagsgeschenk der Polen hatte er einen handgeschnitzten Feuerwehrmann mitgebracht, dieser solle die Wehr beschützen. Bürgermeister Wieslaw Stambrowsky, erst seit kurzem im Amt, freute sich, zum ersten Mal in Mitterteich sein zu dürfen. Er gratulierte mit einem Ehrenteller der Wehr zu ihrem 125. Geburtstag.

Kirchliche Segnung

Den kirchlichen Teil des Festaktes übernahmen Pfarrerin Sonja Schobel und Stadtpfarrer Anton Witt. Die Pfarrerin sagte, „so ein schönes Auto nützt leider nichts, wenn Menschen nicht mit ihm umgehen können. Da ist eine starke Gemeinschaft notwendig, um Menschen, die in Not sind, zu helfen“. Dieses alles könne die Feuerwehr vereinen. „Wenn ein Glied unserer Gesellschaft in Not ist, dann helfen unsere Feuerwehren, dafür ein großes Dankeschön“, sagte sie, ehe Stadtpfarrer Anton Witt dem neuen Fahrzeug den kirchlichen Segen erteilte. Kommandant Franz Bauernfeind blieb es abschließend vorbehalten, das neue Fahrzeug vorzustellen. Er versicherte, dass seine Kameraden und er das Fahrzeug an 365 Tagen, zu jeweils 24 Stunden, pfleglich behandeln werden.

Text und Bilder: Josef Rosner