Der Mitterteicher Zoigl

Sudkessel im Kommunbrauhaus
Sudkessel im Kommunbrauhaus

Ein Bier aus dem Kommunbrauhaus

Der Mitterteicher Zoigl ist ein untergäriges, ungefiltertes Bier, das mit Holzfeuerung im Mitterteicher Kommunbrauhaus gebraut wird. Nach dem Bayrischen Reinheitsgebot wird nur Hopfen, Malz, Wasser und Hefe verwendet. Ist der Brauvorgang abgeschlossen, kommt die sogenannte Würze ins offene Kühlschiff, wo sie über Nacht ruht und auskühlt.

Ein echter Zoigl schmeckt jedesmal anders

Am nächsten Morgen wird die Würze in einem großen Fass heimgefahren und dort in den Gärbottich („Kuafh") gefüllt. Erst hier setzt der Zoiglwirt die Hefe zu, die den Zucker in Alkohol umwandelt. Nach etwa zehn Tagen Gärungszeit wird der Zoigl in Tanks gefüllt, in denen er noch mehrere Wochen ausreifen muss. Ausgeschenkt wird er dann ungefiltert direkt vom Lagertank.

Bedingt durch die Holzfeuerung, das offene Kühlschiff, die Hopfenzugabe, die Lagerzeit und die Rezeptur des jeweiligen Zoiglwirts, schmeckt ein echter Zoigl von Sud zu Sud und von Zoiglwirt zu Zoiglwirt immer etwas anders.

Ein altes, verbrieftes Braurecht

Zoigl im Kühlschiff
Zoigl im Kühlschiff

Das Braurecht bekamen die Mitterteicher Bürger im Freiheitsbrief von 1516 zugesprochen. Es war ein Geschenk des Landesherren an die Eigentümer der Bürgerhäuser. Ab 1568 musste der Brauberechtigte für jeden Bräu (heute etwa 45 Hektoliter) jeden neunten Pfennig als Abgabe an den Pfalzgrafen Reichard und die Kommune leisten. Das Braurecht ließ sich nicht veräußern. Es gehörte zum Haus wie der Hof oder der Keller.

Die Mitterteicher Zoiglwirtschaften

Wie das Bier selbst wird auch die Zoiglwirtschaft "Zoigl" genannt. In Mitterteich gibt es vier Zoiglwirtschaften, die im Wechsel geöffnet sind. Alles hat hier seine besondere Qualität: die Brotzeit, die Atmosphäre, die Unterhaltung und vor allem natürlich das Bier.

Am Zoigl sitzt man ohne Standesunterschiede noch richtig gemütlich zusammen. Jung und alt, Unternehmer und Arbeiter, Lehrling und Meister.