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Mitterteicher Museum eröffnet – Bürgermeister Roland Grillmeier im Interview

Faszination des Porzellans ungebrochen

Die Porzellan-Tradition lebt weiter: Im neuen Museum auf dem Areal der ehemaligen Porzellanfabrik Mitterteich AG wird die Industriegeschichte bewahrt.

Das weiße Gold hat weiter einen festen Platz in Mitterteich – zumindest im Museum. Nachdem 2005 die Porzellanfabrik Mitterteich AG ihren Betrieb eingestellt hatte, stellte sich die Frage: Was tun mit den Firmengebäuden? Nach langer Suche fand sich mit Metallbau Forster ein Investor und mit dem Porzellanmuseum teilweise auch eine öffentliche Nutzung.

Im Interview mit der Zeitung "Der Neue Tag" blickt Mitterteichs Bürgermeister Roland Grillmeier zurück auf turbulente Jahre bis zur Eröffnung des Porzellanmuseums.

Herr Grillmeier, Sie waren von Anfang an ein glühender Verfechter des Museums. Wie haben Sie sich bei der Einweihung gefühlt?
Grillmeier: Das war schon ein bewegender Moment, nachdem wir vier Jahre darauf hingearbeitet hatten. So viele Menschen haben sich für dieses Projekt engagiert. Wir wollen hier ein Stück unserer Industriegeschichte bewahren.

Es gab aber auch Kritiker.
Grillmeier: Einige waren der Meinung es gebe bereits genügend öffentliche Einrichtungen in Mitterteich. Das Kapitel Porzellan war für sie bereits abgeschlossen.

Zwischenzeitlich war sogar ein Komplettabriss der Gebäude im Gespräch.
Grillmeier: Das wäre keine gute Lösung gewesen. Was hätten wir dann jetzt mitten in der Stadt? Eine Industriebrache oder eine grüne Wiese.

Dann erklärte sich 2007 mit Metallbau Forster doch ein Investor bereit, das Areal zu übernehmen.
Grillmeier: Forster hat Mut bewiesen und 1,5 Millionen Euro in Kauf, Sanierung und Umbau der Gebäude investiert. Zuvor hatte die Stadt aber schon die Hälfte der alten Gebäude abgerissen.

Lesen Sie auch: Bericht über die Einweihung des neuen Betriebsgebäudes Metallbau Forster (Anm. d. Redaktion)

2,3 Millionen Euro steckte die Stadt in den Teilabbruch der Fabrik und die Aufbereitung des Geländes. Durch die öffentliche Teilnutzung bekamen Sie Fördermittel in beträchtlicher Höhe.
Grillmeier: Abbruch- und Baukosten wurden zu 80 Prozent gefördert, hauptsächlich vom Stadtumbau West und der EU-Strukturförderung. Dabei wurde der öffentliche Teil aber streng vom wirtschaftlichen Teil getrennt.

Bekamen Sie die Fördergelder ohne Probleme?
Grillmeier: Leider nicht immer. Die Förderprogramme sind oft sehr starr. Als strukturschwache Region bräuchten wir mehr Freiheiten und Flexibilität. Ich habe den Eindruck, dass die Regierung nicht unterscheidet, dass wir uns anderen Herausforderungen stellen müssen als strukturell besser gestellte Räume.

Was gefällt Ihnen im Museum ganz besonders?
Grillmeier: Die Original-Werkbänke, so wird der Fabrikcharakter erhalten. In Zeitzeugen-Interviews lassen wir die Arbeiter sprechen - das unterscheidet uns von anderen Museen.

Was ist sonst noch geboten?
Grillmeier: Es gibt einen kleinen Cafe-Betrieb, einen Ausstellungsraum, in dem Maler und Schnitzer ihre Arbeiten zeigen, - und auch einen Porzellanverkauf. Jetzt liegt es an der Bevölkerung, das Gebäude mit Leben zu füllen.

Ist das Porzellanmuseum für Sie auch ein Symbol, dass es in Mitterteich wieder voran geht?
Grillmeier: Mit eigenen Ideen und entsprechender Förderung haben wir uns selbst geholfen. Aber: In einer Region mit schwindenden Einwohnerzahlen kann man nicht aus jedem Leerstand eine öffentliche Einrichtung machen. Dafür fehlen einfach die Besucher.

Einen weiteren Artikel über die Eröffnung des Mitterteicher Museums finden Sie auf oberpfalznetz.de

Öffnungszeiten

Montaggeschlossen
Dienstag - Freitag09.00 - 17.00 Uhr
Samstag09.00 - 12.00 Uhr
Sonntag14.00 - 17.00 Uhr

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite des Porzellanmuseums.

Bilder von der Eröffnungsveranstaltung mit Innenminister Joachim Herrmann

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Ehrengäste

Metallbau Forster kann auf 275 Jahre Firmengeschichte zurückblicken. Zudiesem großartigen Jubiläum hatte die Familie Forster in die ehemaligenOfenhalle der Porzellanfabrik Mitterteich am Freitag, den 08.01.2010eingeladen. Als besondere Gäste gratulierten der Präsident derHandwerkskammer Franz Prebeck, MdB Schieder, MdL Reiß, Landrat WolfgangLippert und natürlich Bürgermeister Grillmeier.

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