Kirchlicher Segen für saniertes und erweitertes Lebenszentrum
"Entstanden ist ein Haus mit Herz und Seele, offen für die Menschen", lobte Bürgermeister Roland Grillmeier die gelungene Sanierung und Erweiterung des Lebenszentrum Mitterteich. Am 1. Oktober erhielt die Einrichtung, im Beisein zahlreicher Ehrengäste, den kirchlichen Segen. Musikalisch gestaltet wurde der Festakt vom Duo Viktor Ehlscheidt und Vaclav Eichler, von der Kreismusikschule.
Das Lebenszentrum Mitterteich kann bald das zehnjährige Bestehen feiern, daran erinnerte Geschäftsführer Thomas Weidlich, von der gleichnamigen Betreibergesellschaft. "Es liegen turbulente Jahre hinter dieser Einrichtung", sagte Weidlich und verwies auf den Betreiberwechsel, der 2005 erfolgte. Ein Jahr später legte das Unternehmen den Grundstock für einen langfristigen Vertrag. Im Rahmen der zweijährigen Umbau- und Neugestaltungsphase wurde dem Lebenszentrum ein neues attraktives Raumkonzept verpasst. Neu geschaffen wurden 24 Plätze für demenziell erkrankte Menschen und zwölf Plätze im Wachkomabereich und für Dauerbeatmungspatienten. Großen Wert legte Weidlich auf die Kommunikationszentren "Von Mensch zu Mensch", unter diesem Aspekt ist auch das neue Cafe zu sehen.
Staatssekretärin Melanie Huml erinnerte in ihrer Festansprache daran, dass die Menschen im Lebenszentrum einen Lebensabschnitt verbringen. Sie zeigte sich überzeugt, dass der Mensch in der Einrichtung im Mittelpunkt steht. "Hier wurde das Gebäude den Bedürfnissen der Menschen angepasst und nicht umgekehrt", sparte Frau Huml nicht mit Lob.
Angetan hatten es dem Gast die zwei neuen Fachabteilungen, für Menschen mit schweren erworbenen Hirnschädigungen und für Menschen mit Demenz. Die Staatssekretärin betonte, dass Demenz immer weiter um sich greift. Erst fallen Lücken im Kurzzeitgedächtnis auf, dann sind Sprache und Motorik betroffen, ehe auch die Persönlichkeitsstruktur angegriffen wird. Angehörige geraten bei der Versorgung von Demenzpatienten schnell an ihre Grenzen. Das Risiko an Demenz zu erkranken, steigt mit zunehmendem Lebensalter.
Frau Huml zeigte sich überzeugt, dass Demenzpatienten und ihre Angehörigen in Zukunft sehr viel Hilfe brauchen werden. Für die Zukunft müssen deshalb neue Therapie- und Betreuungsformen, sowie alternative Wohnformen geschaffen werden. Ziel müsse es sein, dem demenziell Erkrankten ein bestmögliches räumliches Umfeld zu gewährleisten. Schon heute ist Demenz der häufigste Grund für einen Umzug in eine stationäre Einrichtung. In diesen Einrichtungen müssen die Menschen geeignete Orientierungshilfen und individuell strukturelle Tagesabläufe vorfinden, wie in Mitterteich beispielhaft praktiziert. Für die Zukunft wünschte Frau Huml, dass nach erfolgtem Umbau und Erweiterung nun Ruhe im Lebenszentrum einkehrt und dass sich ihre Bewohner darin wohl fühlen.
Landrat Wolfgang Lippert meinte humorvoll, "Was lange währt wird endlich gut" und spielte damit auf die knapp zweijährige Bauzeit an. Freilich, dass Ergebnis könne sich sehen lassen, sagte Lippert und freute sich, dass dadurch die Qualität der Pflege erheblich verbessert wurde. "Unsere älteren Mitbürger haben ein Recht darauf, in Würde und Achtung alt zu werden", sagte Lippert. Dank zollte er der Pflegedienstleitung und allen Beschäftigten, die sich mit viel Engagement um ihre Bewohner kümmern. "Dieser Dienst an den Mitmenschen erfordert viel Fachwissen, Engagement und Verständnis", sagte Lippert.
Bürgermeister Roland Grillmeier erinnerte an die Zeit vor zehn Jahren, als mit der Fertigstellung des Lebenszentrums eine lange gehegter Wunsch der Stadt in Erfüllung ging. Weiter sagte, "heute gehört das Lebenszentrum, wie der Kindergarten und die Schule ganz selbstverständlich zum gesellschaftlichen Bild der Stadt". Grillmeier zeigte sich vom persönlichen Engagement der Beschäftigten überzeugt, "hier steht der einzelne Mensch im Mittelpunkt". Auch deshalb bekundete er vor den Pflegerinnen und Pflegern seinen großen Respekt für ihre Arbeit.
Segensgebete sprachen für die beiden Kirchen Pechbrunns Pfarrer Dr. Cyprian Anyanwu und Pfarrerin Sonja Schobel. Die Pfarrerin sagte, "jeder Mensch will alt werden, alt sein will aber keiner". Beide Wünsche könnten nicht in Erfüllung gehen. Lob zollte sie dem freundlichen und hellen Ambiente des Hauses, "hier ist das Leben und nicht der Tod", sagte sie. Pfarrer Anyanwu sagte, "Gott ist die tragende Kraft unseres Lebens", ehe beide Geistlichen die Einrichtung segneten.
Beim Rundgang wurden den Ehrengästen die Änderungen und Neuheiten des Hauses vorgestellt.
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