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111 Jahre Christuskirche Mitterteich

Bischof Hans-Martin Weiss feierte mit Geistlichen aus der Region
Bischof Hans-Martin Weiss feierte mit Geistlichen aus der Region

25.09.2008

„Wir sind froh und dankbar, dass wir die Christuskirche noch haben, sie ist nach der Sanierung schöner denn je geworden“, sagte Pfarrerin Sonja Schobel, zu Beginn des Festgottesdienstes am Sonntagvormittag, mit der das 111-jährige Bestehen der Kirche und der Abschluss der Innensanierung gefeiert wurde.

Wie vor 111 Jahren ging der kirchlichen Feier, ein stattlicher Festzug mit über dreißig Vereinen voraus, angeführt vom Bezirksposaunenchor, unter der Leitung von Heiner Müller. Die Musiker spielten keine Marschmusik, sondern Choräle, auch für den Posaunenchor war dies eine Premiere. Es war klar, dass die überaus große Menschenmenge in der Christuskirche nicht alle Platz werden finden, deshalb wurde die Feier mittels Videoübertragung ins Gemeindehaus übertragen, so dass auch dort Gläubige der Feier beiwohnen konnten. Musikalisch umrahmt wurde der Festgottesdienst vom Kirchenchor, Leitung Gerhard Winkler und dem Bezirksposaunenchor.

In ihrer Begrüßung freute sich Pfarrerin Sonja Schobel, dass 111 Jahre nach der Kirchweihe wieder so viele Menschen gekommen sind. „Als evangelische Kirchengemeinde freuen wir uns über die vielen Menschen“. Pfarrerin Schobel bedauerte, dass das Jubiläum nicht im vergangenen Jahr gefeiert werden konnte, doch ein Schwelbrand in der Sakristei machte dies unmöglich. „Wir feiern heute auch den Abschluss der Innensanierung unserer Kirche“, sagte Frau Schobel. Ihr Gruß galt den früheren Pfarrern in Mitterteich, Martin Rieß und Thomas Berthold, mit dabei waren auch Pfarrer Ulrich Gruber (Waldsassen), Pfarrer Ralph Knoblauch (Tirschenreuth), sowie Festprediger, Regionalbischof Hans-Martin Weiss.

In seiner beeindruckenden Predigt nannte es der Regionalbischof eine Gnade, „dass wir heute diesen Tag feiern dürfen“. Was war das für ein Schreck, als im vergangenen Jahr die Nachricht vom Schwelbrand in der Christuskirche bekannt wurde. Dennoch, so der Bischof, „die Mitterteicher haben Glück im Unglück gehabt, es hätte noch viel schlimmer kommen können“. Schon damals waren wir uns einig, das Kirchenjubiläum eben ein Jahr später zu feiern, sagte Weiss. Umso schöner sei jetzt das Jubiläum, sagte der Regionalbischof, der sich vom langen und beeindruckenden Kirchenzug begeistert zeigte, „welch ein schönes Zeichen der Gemeinsamkeiten“.

Im weiteren Verlauf seiner Predigt nannte er die geschwisterliche Liebe unter Christen als wichtig. Es sei wichtig sich in der Kirche zu engagieren, dann kann man von ihr auch etwas erwarten. Sein Wunsch sei es, „macht die gegenseitige Hilfe zu euerem eigenen Anliegen, überlasst es nicht anderen“. Jeder Christ sei zur Diakonie und zur Caritas berufen, nach jedem wird gefragt, wie er anderen und sich dienlich und hilfreich sein kann“. Ausführlich ging Bischof Weiss auf die zehn Gebote ein. Er nannte es wichtig, die Achtung vor jedem menschlichen Leben, sei es bis zu den letzten Stunden, zu bewahren. Es sei eine diakonische Aufgabe, die sich jeder Familie stellt, bereit zu stehen, wenn die Eltern, Verwandten und Nachbarn älter werden. Es gilt Menschen, die einmal stark waren, beizustehen. Jeden Menschen gilt es einen guten Lebensabend zu ermöglichen, sei es in der eigenen Wohnung, im Wohnstift, oder im Pflegeheim. En Thema war für ihn auch das sechste Gebot, du sollst nicht ehebrechen. Weiss betonte, „vielen Menschen scheint nur wenig bewusst zu sein, welchen Ertrag ein ausdauerndes und treues Miteinander von Eheleuten haben kann“. Nur in einer funktionierenden Familie können Kinder behutsam aufwachsen. Wörtlich sagte der Bischof, „ich bin dankbar, dass meine Mutter zu Hause war, als ich ein Kind war, in meiner Jugend war sie dann wieder berufstätig“. Für meine Entwicklung war dies sehr wichtig, sagte der Bischof. Auf die vielen Scheidungen eingehend, sagte Weiss, dass dies durchaus manchmal Not lösen könne, oft aber schafft sie gerade wieder neue Not, gerade für Kinder und Jugendliche. Weiss forderte Gegenmaßnahmen, unsere Gesellschaft kann diese hohen Scheidungsraten nicht hinnehmen. Abschliessend dankte er Gott, dass er die Kirchengemeinde Mitterteich vor größerer Not bewahrt hat und zollte jenen ein Danke, die aktiv an der Wiederherstellung mitgearbeitet haben.