Die Mitterteicher Hankerl

Hankerl-Skulptur vor der Hauptschule
Hankerl-Skulptur vor der Hauptschule

Kluge Rathgeber in Noth und Gefahr

Zu Mitterteich, nicht ferne von Waldsassen, an den südöstlichen Ausläufern des Fichtelgebirges, hauste in grauer Vorzeit ein eigentümliches zwergenhaftes, munteres Völkchen, die Hankerln, als Ureinwohner, unter einem Oberhaupte, und wendete seine grossen Reichtümer, sein geistiges Vermögen, seine körperliche Kraft und Gewandtheit nur zum Wohle der mit ihnen zusammenlebenden Menschen an; sie halfen diesen im Felde und zu Hause, waren kluge Rathgeber in Noth und Gefahr, Beschützer im Unglücke.

Frevel gegen die Hankerln

Sie hatten Mitterteich so liebgewonnen, daß sie es zu einer Stadt erheben wollten, die ihres Gleichen nicht fände, von Fuchsmühl bis Waldsassen in einer Länge von 2 1/2 Stunden sich ausdehnen sollte. Aber der Mensch ist undankbar und ungenügsam. Als die guten Zwerge eines Abends zum Tanze versammelt waren, fingen die garstigen Menschen mit ihnen Händel an und erschlugen Einen aus ihrer Mitte. Noch zeigt man das Haus, wo der Frevel geschehen.

Rückzug auf den Teichelberg

Da zogen die gekränkten Zwerge aus von ihrer seitherigen Wohnstätte und flüchteten sich weiter hinein in das Fichtelgebirge auf den dichtbewaldeten Teichelberg, der von einem Teiche oben auf seinem Rücken, nun in die Seewiese umgewandelt, seinen Namen trug.

Franz Schönwerth: Aus der Oberpfalz. Sitten und Sagen 1–3, Band 2, Augsburg 1857/58/59, S. 315

Hankerl Skulpturen

 In Mitterteich erinnern drei Hankerl Skulpturen des Künstlers Engelbert Süß an diese Sage.