Startseite > Geschichte von Mitterteich > Geschichte Mitterteich Teil 2

Geschichte von Mitterteich - 2. Teil

Vielfältige Wandlungs- und Veränderungsprozesse

Am 1. Januar 1932 zur Stadt erhoben - Geschichte Mitterteich 2. Teil

Im zweiten Teil über die Geschichte von Mitterteich betrachten wir den Beginn des 19. Jahrhunderts bis heute. So steht in der Chronik zu lesen, dass es im Jahr 1845 drei Schulen, zwei Oberklassen nach Geschlecht verschieden, eine Vorbereitungsschule für beide Geschlechter, mit gemieteten Lehr- und Wohnzimmern gab. Dieses schrieb der damalige Kantor und Mädchenlehrer Adam Dennerlein nieder.

Mitterteich zählte damals 1555 Seelen, hatte 228 Häuser, in denen 412 Familien wohnten. Steil bergauf ging es mit Mitterteich ab dem Jahre 1864, als der Ort ans Eisenbahnnetz angeschlossen wurde. Von da an öffnete sich für die Wirtschaft und dem Verkehr ein neues Zeitalter. Die Entwicklung der Industrialisierung setzte ein. 1882 wurde die erste Glashütte eröffnet mit 430 Mitarbeitern. 1886 begann der Bau der ersten Porzellanfabrik, wo 660 Menschen Arbeit und Brot fanden. 1880 erfolgte der Basaltabbau bei der Obermühle und Steinmühle, mit rund 400 Beschäftigten. Damit setzte sich die bekannte wirtschaftliche aufstrebende Entwicklung des Ortes fort. Natürlich vollzogen sich in den folgenden Jahrzehnten auch vielfältige Wandlungs- und Veränderungsprozesse, nicht zuletzt auch durch die Auswirkungen und Folgen der beiden Weltkriege.

So zogen Mitterteicher Wehrpflichtige unter den Klängen der Musikkapelle und „Hurra-Rufen“ in den ersten Weltkrieg (1914 – 1918). Dieser sinnlose Krieg brachte viel Leid, 125 Mitterteicher mussten im Krieg ihr Leben lassen. Dennoch erholte sich das Leben in der damaligen Marktgemeinde wieder. Am 1. Januar 1932 wurde Mitterteich zur Stadt erhoben. Drei Jahre später, 1935, feierte Mitterteich mit einem großen Fest 800-jähriges Bestehen. Doch schon bald läuteten wieder die Kriegsglocken. Für Mitterteich endete das „tausendjährige Reich“ in einer Katastrophe. Im zweiten Weltkrieg (1939 – 1945) verloren viele Mitterteicher ihr Leben, die Zurückgebliebenen standen vor dem Nichts und einem Neuanfang. Nach dem zweiten Weltkrieg musste Mitterteich viele Flüchtlinge aus Schlesien, Bukowina und Ungarn aufnehmen. Die Hilfsbereitschaft der Mitterteicher war trotz großer Not beachtlich. Es folgte ein beeindruckender Wiederaufbau, das „Wirtschaftswunder“ gab es auch in Mitterteich. Nach und nach wurde Mitterteich wieder industrielles Zentrum des Stiftlandes. 1972 wurden die Orte Pleußen, sowie Großen- und Kleinsterz nach Mitterteich eingemeindet. Sechs Jahre später folgten Groß- und Kleinbüchlberg, Pechofen und Oberteich. Im Jahr 1985 feierte Mitterteich 850 Jahre. Seit 2000 ist die Stadt an das Autobahnnetz angeschlossen und wiederum durch die günstige Verkehrssituation kann sie sich wirtschaftlich gut entwickeln.