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Rückgang der Einwohnerzahl

"Wir tun vieles für die Menschen vor Ort, wir wollen eine attraktive Stadt bleiben", zog Bürgermeister Roland Grillmeier ein positives Fazit der Bemühungen, die das ganze Jahr über unternommen werden. Freilich, Sorgen bereitet dem Stadtoberhaupt der massive Rückgang der Einwohnerzahlen. Ende Oktober wurden nur noch 6960 Mitterteicher gezählt, nachdem es zu Jahresbeginn noch 7011 Bürger waren.

Ein Jahr der Investitionen

Eine gute Stunde nahm sich Bürgermeister Roland Grillmeier Zeit, um bei der gut besuchten Bürgerversammlung im Feuerwehrgerätehaus, die Leistungen der Stadt aufzulisten. Überraschend, dass nur wenige Stadträte gekommen waren.
Grillmeier listete umfassend das Geschehene auf, unterstützt in einer Power-Point-Präsentation mit vielen Bildern. "Das Jahr 2008 war ein Jahr der Investitionen, nach vielen Jahren der Vorarbeit", sagte Grillmeier gleich zu Beginn seines Berichts. "In meiner Amtszeit als Bürgermeister wurden heuer die meisten Investitionen durchgeführt, knapp fünf Millionen Euro wurden in Projekte und Maßnahmen gesteckt".

Sinkende Arbeitslosenzahlen

Erfreulich sei die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt. Waren zu Jahresbeginn noch 385 Mitterteicher als arbeitslos gemeldet, so sind es Ende Oktober nur noch 248 Personen. Dank zollte er dem Mitterteicher Mittelstand, die Betriebe investieren und stellen ein. Grillmeier nannte als Grund nicht zuletzt die positiven Förderbedingungen, sowie das Programm Stadtumbau West, das der Stadt sogar Wettbewerbsvorteile ermöglicht.

Finanzielle Defizite durch städtische Einrichtungen

Die Stadt arbeitet nach dem Motto "wer nichts tut, hat schon verloren", sagte Grillmeier und lud die Mitbürger ein, viele Projekte in den kommenden Jahren mit zu begleiten. Ein Thema war auch der Haushalt 2008. Finanziell stellt sich die Stadt, Dank der hohen Schlüsselzuweisungen, heuer besonders gut dar. Auch Dank der gesunkenen Kreisumlage hatte die Stadt heuer rund 1,7 Millionen Euro mehr zur Verfügung. Mit der Pro-Kopf-Verschuldung von rund 577 Euro liegt die Stadt 18 Prozent unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Kommunen. Erhebliche Defizite fährt die Stadt bei beiden Kindergärten, Eishalle, Hallen- und Freibad ein. Umso enttäuschter ist Grillmeier, "dass wir dafür keine Kreiseinrichtungen haben, obwohl die Eishalle regionsübergreifend ist". Auch für die Pflege und Unterhalt von Straßen, Anlagen und Grünanlagen gibt die Stadt jährlich über 500.000 Euro aus.

Große Zukunftspläne für alte Porzelanfabriken

Ausführlich ging Grillmeier auf den Stadtentwicklungsprozess ein, der derzeit am Laufen ist. "Wir haben uns insgesamt zwanzig Projekte vorgenommen, die verwirklicht werden sollen". Ein enormer Kraftakt war die Nachfolgelösung für beide Porzellanfabriken. Für das Werk A konnte Metallbau Forster gewonnen werden, der im kommenden Jahr seine neue Betriebsstätte eröffnen wird. Metallbau Forster kann dabei auf rund 15000 Quadratmeter zurückgreifen. Der Teilabbruch des Werkes A kostete rund 1,6 Millionen Euro, an Zuschüssen flossen 80 Prozent, die Stadt war mit 300.000 Euro mit dabei. Neu gestaltet wird der Museumsbereich "Mensch und Industrie", mit Kosten bis zu 900.000 Euro. Auch dieses Projekt wird mit 80 Prozent gefördert. Untergebracht werden sollen zudem ein Porzellanverkauf und einige Räume für Vereine. Für das Projekt "Museum" soll ein Förderverein gegründet werden.

Weitere Projekte in Planung

Weiter informierte Grillmeier, dass auch am Oberen Markt neue Entwicklungen im Bereich leerstehender Gebäude anstehen. Allerdings müssten auch hier die Beteiligten mitziehen. Umgesetzt werden soll der Umbau der B15, am Ortseingang von Tirschenreuth aus. Ab Brücke Ortsumgehung stadteinwärts wird diese Straße dann eine Ortsstraße werden. Im kommenden Jahr sollen die Planungen fertig gestellt und ein Jahr später dann umgesetzt werden. Als mögliche Kosten nannte Grillmeier rund 60.000 Euro.

Als eine Chance erkannte der Bürgermeister das Stadtumbau-Büro, auch weil hier die Menschen mit Fördermöglichkeiten mitgenommen werden. Probleme bereitet der Stadt die geringe Bautätigkeit, trotz kommunalen Förderprogramms, das die Stadt aufgelegt hat. Investieren will die Stadt in den eigenen Mietbestand, heuer sind dafür 250.000 Euro vorgesehen. Ein Thema war auch die Wasserversorgung der Bürger. Grillmeier berichtete von stabilen Preisen, auch Dank eines vierjährigen Kalkulationszeitraumes. Wichtige Schritte will die Stadt auch in Sachen Tourismus unternehmen, mit dem Campingplatz in Großbüchlberg wurde ein lange gehegter Wunsch der Stadt Wirklichkeit. Gemeinsam mit Waldsassen, Konnersreuth und dem Sibyllenbad soll in der Region etwas bewegt werden. Abschließend warb Grillmeier für die neue Homepage der Stadt, auf der auf über 400 Seiten alles rund um die Stadt nachzulesen ist.

Text und Bilder: Josef Rosner