Bürgerversammlung 2010 – „Wollen Aufgaben der Stadt weiter erfüllen“

So viele Besucher wie schon lange nicht mehr waren zur Bürgerversammlung gekommen. Etwa 70 Mitterteicher lauschten den Ausführungen ihres Bürgermeisters.

19.11.2010

Bürgermeister Roland Grillmeier sieht Stadt auf dem richtigen Weg – 70 Besucher bei Bürgerversammlung.

„Wir können uns der allgemeinen Lage nicht entziehen, es gilt auch für uns den Gürtel enger zu schnallen, aber ohne in Panik zu verfallen, wir haben unsere Aufgaben weiter zu erfüllen“, sagte Bürgermeister Roland Grillmeier, bei der Bürgerversammlung. So viele Besucher wie schon lange nicht mehr waren gekommen. 70 Mitterteicher drängten sich ins Museumscafe.

Eine Stunde nahm sich Bürgermeister Roland Grillmeier Zeit, um seine Bürger aus erster Hand über das Stadtgeschehen zu informieren. Einen Seitenhieb auf Nachbarstädte konnte sich Grillmeier nicht verkneifen. „Dies ist jetzt meine 33. Bürgerversammlung, seit ich als Bürgermeister im Amt bin“, andere Kommunen scheinen da weniger auskunftsfreundlich zu sein. Anhand einer Power-Point-Präsentation zeigte er den Zuhörern die Entwicklung der Stadt in diesem Jahr auf, das ganz im Zeichen von „875 Jahre Mitterteich“ stand.

Einwohnerrückgang

Der Bürgermeister sah im Landkreis eine Region mit großem Potenzial, „aber ohne Kommunen geht bei uns nicht viel“. Umso bedauerlich ist der Einwohnerrückgang, der aber in Mitterteich nicht so stark ausfiel, wie in den Vorjahren. „Weg vom Kirchturmdenken“, forderte Grillmeier, „dann wäre vieles einfacher“.

1 Million Mehreinnahmen bei Gewerbesteuer im Vergleich zum Vorjahr

Kurz ging er auf den diesjährigen Haushalt ein, der geprägt ist von hohen Einnahmen an Gewerbesteuern und Einkommenssteuerbeteiligung. „Wir haben Mehreinnahmen von knapp einer Million Euro, im Vergleich zum Vorjahr“. Die Verschuldung zum Jahresende 2009 betrug etwas über fünf Millionen Euro, pro Kopf sind dies 735,85 Euro. Grillmeier verwies in diesem Zusammenhang auf enorme Investitionen in die Stadtentwicklung, die allen Bürgern zugutekommt.

Interessenten für Industriegebiet „Birkigt“

Als eine tolle Sache bewertete er heuer die Einweihung von Metallbau Forster, der eine brach liegendes Industriegebäude wieder mit neuem Leben erfüllte. „Hilfe zur Selbsthilfe wurde hier realisiert“. Mitgeholfen haben hier auch die Zuschüsse aus Städtebauförderungsmitteln. Überhaupt sah er die Mitterteicher Unternehmen auf der Gewinnerstraße, „sie sind nahezu fast alle mit Schwung aus der Wirtschaftskrise gekommen“. In diesem Zusammenhang berichtete Grillmeier von zwei weiteren Anfragen, sich im Industriegebiet „Birkigt“ niederzulassen. „Wir haben dort vier Hektar Industrieflächen zur Verfügung“.

300.000 Euro für Umgestaltung des Mitterteicher „Hufeisens“

Als eine Bereicherung hat sich das neue Museum herausgestellt, das heuer knapp 5.000 Menschen besucht hätten. Höhepunkte waren die Krippen-, Zoigl- und Glasausstellung. Kurz streifte Grillmeier den Rückbau des „Hufeisens“. Im Zuge des Ausbaus erhält der Städtische Bauhof eine neue Zufahrt, die 2011 realisiert werden soll. Durch den Wegfall des „Hufeisens“ entstehen neue Möglichkeiten, so sind auch Aktionsflächen für Jugendliche im Gespräch. Die Abbruchkosten für das „Hufeisen“ trägt ausschließlich das Straßenbauamt. Derzeit in Arbeit ist der Bereich „Amalfi“. Dieser verkehrsberuhigte Bereich wird gepflastert und neu gestaltet, Kosten etwa 300.000 Euro, davon etwa 60 Prozent Förderung aus Städtebaumitteln.

Demnächst Mehrgenerationenhaus im ehemaligen „Rasp-Haus“

Positiv sieht Bürgermeister Grillmeier den neuen Kreisverkehr, der unmittelbar an der Ortsumgehung, Abzweigung Tirschenreuth, gebaut werden soll. Die Kosten übernimmt hier das Straßenbauamt. Als weiteres wichtiges Projekt bezeichnete er das Mehrgenerationenhaus, das im Mai kommenden Jahren ins ehemalige „Rasp-Haus“ umziehen wird. Durch die Sanierungsarbeiten wird der Stadtkern aufgewertet, im Haus entstehen neue Räume, die von verschiedenen Organisationen benützt werden. Auch hier erhält die Stadt Zuschüsse in Höhe von 60 Prozent. Ähnlich soll es bald am Oberen Marktplatz sein, wo die Raiffeisenbank im Stiftland ihr neues repräsentatives Gebäude erstellen wird. Grillmeier verspricht sich auch hier eine Belebung und noch mehr Attraktivität.

Trotz schlechtem August 47.000 Besucher im Freibad

Gewinner waren auch die Bewohner in den Orten Pleußen und Großbüchlberg, wo die Dorferneuerungsmaßnahmen heuer abgeschlossen wurden. Erfreulich nannte er die Bauentwicklung in Pleußen. „Wir konnten heuer dort drei Bauplätze verkaufen“. Investiert wurde in die Technik im Hallenbad, Freibad und Eissporthalle. Das Freibad wurde heuer von 47.000 Menschen besucht. Ein schlechter August verhinderte wohl einen neuen Besucherrekord.

Hackschnitzelheizung für Schulzentrum

Die Eishalle wurde von 40.000 Menschen frequentiert. Weiter investiert wurde in die Schulen der Stadt. Grillmeier machte deutlich, „dass wir unsere Mittelschule zukunftsfähig machen müssen, auch mit Hinblick auf die Zukunft“. Immer mehr soll auch auf regenerative Energien gesetzt werden. In diesem Zusammenhang ist auch die Gründung von „Bioenergie Mitterteich“ zu sehen. Mit einer Hackschnitzelheizung soll das Schulzentrum umweltfreundlich beheizt werden. Grillmeier sieht hier Mitterteich in einer Art Vorreiterrolle im Landkreis, weitere Gespräche laufen bereits.

Verbesserungen in der Wasserversorgung

Weiter Geld in die Hand genommen werden muss bei der Verbesserung der Wasserversorgung. Vor allem das zum Teil über 100 Jahre alte Wassernetz muss nach und nach ausgetauscht werden. Erfreuliches im Bereich der Kläranlage. 98 Prozent aller Mitterteicher sind an die Kläranlage angeschlossen, „wer jetzt noch nicht angeschlossen ist, wird auch nicht mehr angeschlossen“.

Dank an alle Bürger für gelungenes Jubiläumsjahr

Ausdrücklich lobte Grillmeier am Schluss seiner Ausführungen die Zusammenarbeit mit der KEWOG, dieser sei ein verlässlicher Partner für die Stadt geworden. „Ohne KEWOG wäre in Mitterteich vieles nicht möglich gewesen“, sagte der Bürgermeister. Abschließend dankte er allen Bürgerinnen und Bürgern für die Unterstützung im Jubiläumsjahr der Stadt, „ich kann auf die Menschen und Vereine zählen“, bilanzierte er stolz. Im Anschluss zeigte das Fotostudio „Geli“ Bilder aus einem erlebnisreichen Jubiläumsjahr.

Text und Bild: Josef Rosner